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Edda Archiv

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Einleitung

"Si deus me relinquit; ego deum relinquo."

<If god has forsaken me, then I shall forsake god, too.> 

"Sed, qui me defendet ab me terriblissimo ipse?"

<However, who protects me from the most frightful: myself?>



Aussehen
Kitotschibi

Bitterkalt ist das wachsame Blitzen der lichtblauen Augen, schnittig der schmale Blick bei dem Gefühl von Antipathie - polemisch der hauchfeine Zug disziplinierter Mimik und schwach die Regungen des zierlichen Körpers einer angespannten, fragilen Statur. Sein diskretes Lächeln spricht nicht, sein Haltung verrät Befangenheit, wie auch Distanz und raubt ihm damit die emotionale Bindung sympathischer Lebendigkeit, die nicht einmal das ab und an kindliche Lachen zurück fordern kann. Die geringe Größe bewegt sich grenzwertig zwischen Faszination, Übermut und Abneigung. Seine selten herzlich lächelnd oder gar lachenden Mundwinkeln geben genügend Anlass für vermutete Überheblichkeit, selbst gewählte Isolation oder gezeigte Abwertung.

Den Hals ziert eine große Naht, die auf kurz oder lang wohl oder übel zu einer Narbe wachsen wird.



Besitz

Wenn dieser Miqo'te etwas besitzt, dann ist es Gil. Zumindest möchte man es aufgrund seines Aussehens meinen. Zusätzlich findet man an ihm reichlich Schmuck und sicherlich den ein oder anderen, kleinen Lederbeutel. Außerdem hat er wohl einen grauen Chocobo, den er "Vieh" nennt.  

Inhalt der TaschenBearbeiten

  • Eine ansehnliche Menge Gil. 
  • Eine zusammengerolltes Pergament, sieht älter aus.
  • Eine kleinlich gefaltete Karte.
  • Ein Dolch, umhüllt von einer festen Lederscheide.
  • Drei kleine Tinktur-Gläschen.
  • Wundalkohol und zwei kleinere Rollen Verbandzeug.


Verhalten

Es ist äußerst schwierig den wahren Charakter eines Wesens zu beschreiben, denn er schillert in so vielen verschiedenen Farben, dass man nur durch Zufall gerade diejenige beschreiben kann, die in Moment am dominantesten ist. Sollte man jedoch genug Glück haben, so hebt sich jene Färbung für einige Zeit etwas stärker ab und erschwert es den anderen sie zu überdecken.

Die äußerer Ruhe, die ihn umgibt, ist mehr Schein, als sein; zeitgleich aber ein höchst effizienter Weg seine wahre Natur hinter einer Mauer aus festem Stein zu verbergen. Versteckt hinter dieser brodelt eine zornige Leidenschaft zur Rache an jenen zu nehmen, die ihm die Möglichkeit nahmen ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Hass, Grausamkeit und Selbstsucht, abgeschmeckt mit einer Prise morbider Kindlichkeit.

Es mag einem womöglich schwer fallen zu glauben, dass sich hinter diesem harmonierendem Bild eines jungen, verzogenen Miqo'te - dieser blasierten Art sich in der Welt zu bewegen und nihilistischer Lebensanschauung gegenüber Gegenwart und Zukunft, ein eiskalter Bastard von einem "Menschen" verbirgt, der sich einen Dreck um die Wesen in seiner Umwelt schert und ohne Erbarmen, gar ohne moralischer Hintergedanken, seine eigenen Ansichten weit über die der anderen stellt. Fremde Meinungen oder Anregungen werden selten geduldet oder solange verdreht und beschönigt, bis der Junge mit ihnen zu übereinstimmen vermag. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, greift man schnell zu Verdrängung - unwiderruflicher Verbannung zurück - denn: Alles, was man nicht begreifen kann, wird einem bald zur Schwäche werden und Schwäche kann er über seinen eigenen Tod hinaus nicht ausstehen. So auch Tränen, Trauer, Kummer, aber auch zügellose Freude, denn sie sind für ihn ebenfalls Zeichen von Kraftlosigkeit, ein Zeichen der eigenen Unbeherrschtheit und Blöße. Etwas, was man bei ihm nur noch selten zu sehen bekommt.

Die meisten werden schon bei der ersten Begegnung abgeschreckt, denn obwohl der Kater mit dem besten Manieren und Sitten vertraut ist, so hat seine Ausdrucksweise gegenüber 'Störfaktoren' nun wirklich gar nichts mit der feinen englischen Art zu tun. Bissiger Sarkasmus und spitze Ironie liegt an der Tagesordnung, wer also nicht mit dieser zynischen Ader des Jungen klar kommt, sollte sich besser auf keinen Streit mit ihm einlassen.

Seit einiger Zeit sieht man ihn nicht mehr so häufig in der Öffentlichkeit. Und wenn, dann wirkt er gestresst oder paranoid.


Beziehungen
Familie
  • unbekannt.
Seele
"Weißt du, was mit Göttern geschieht, an die niemand mehr glaubt?"

"Weiche nicht von meiner Seite, Leih'a . Bis zu meinem letzten Atemzug, bishin zum letzten Glockenschlag. 

Du gehörst mir. Ich habe dir ein Leben geschenkt, eine Aufgabe und du mir Glauben sowie Halt in dieser seltsamen Welt. Vielleicht hast du meine Vergangenheit niedergebrannt, doch hast du nun endgültig alles, was einst mein war. Jeder Makel durch meine Hand verleiht dir nur noch mehr Perfektion. Ich will, dass es dir gut geht. Und dafür musst du bei mir bleiben, bei deinem Lord, deinem Gott, diesem unausstehlichen Jungen, der dir jeden Tag Himmel und Hölle bereiten wird.

Ich liebe dich."

"Sie werden vergessen." - "Du wirst mich nie vergessen." - "Nein. Nie."
Empathie

"Wir, .. nunja. Sind Freunde?"  'Lady Shanya' scheint ein stets erwünschter Gast für den Miqo'te zu sein. Auch, wenn er an der 'Reinheit' ihrer Seele zu zweifeln beginnt. Er schmeichelt ihr - und im nächsten Atemzug scheint er die Miqo'te mit seinen Blicken zu töten. Allerdings scheint sie ihm durchaus.. wichtig zu sein. Weshalb, .. wer weiß.

"Keine Lady? Was denn dann?" 'Winter' scheint die Begegnung mit dieser 'Dame' in guter Erinnerung zu haben. Eine freundlich-neutrale Einstellung - ihre Art und die stetig wandernden Blicke schienen interessant zu sein.

Apathie

"Bastard." Mehr als Hass findet man nicht in den unterschiedlichen Augen des Katers, wenn er über diesen Miqo'te spricht. Man hat ihm sein wahres Gesicht gezeigt und damit wahrscheinlich jemandem unbewusst einen Gefallen getan; doch das Kapitel Kihde scheint für den Schwarzhaarigen ein jähes Ende gefunden zu haben.

"Hund.", hatte er ihn genannt. Kihde'ras Köter, nicht mehr, als ein lästiger Zusatz. Dass er es gewagt hat ihn anzugreifen beförderte diesen Kater sehr schnell in ein ganz schreckliches Licht - Fihpo darf sich in Acht nehmen.

"Eine Gefahr. Was für eine, .. ich weiß es nicht."

Gesinnung
Au Ra

"Seltsam." - die gehörnten Wesen lösen weder Interesse, noch Missmut aus.

Elezen

".. tch." - weshalb auch immer, aber die 'Langohren' werden gemieden, beinahe gehasst.

Hyuran

"Ertragbar." - weder positiv noch negativ aufgefallen, bis auf unwichtige Einzelfälle.

Lalafel

"Zu klein, um wichtig zu sein." - irgendwie langweilig.

Miqo'te

"Geliebt, gehasst, vergöttert und verachtet." - seine eigene Rasse, findet er doof, kann er aber nichts dran ändern.

Roegadyn

"Stehen im Weg, sind nicht anmutig genug." - sprechende Goobbue. Ziemlich unsympathisch.


Gerüchte
  • "Der ist ganz schön sadistisch."
  • "Siehst du den Wahn in seinen Augen?"
  • "Nie alleine. Auch nicht, wenn man niemanden bei ihm sieht.."
  • "Er ist gefährlich."
  • "Eigentlich sieht er total harmlos aus. Ist doch nich' mehr, als 'n Knochengerüst, der Junge!"
  • "Fass' den nicht an, das mag der nicht."
  • "Ich glaube, ich habe ihn neulich in Begleitung einiger Elezen gesehen. Aber irgendwie war er kleiner, .. und wirkte irgendwie viel zu eingeschüchtert. Vielleicht habe ich mich auch verguckt. Aber die Ähnlichkeit war enorm!"
  • "Das Haus steht leer, hab' nachgeschaut. Wie vom Erdboden verschluckt. Sogar seine weißhaarige Begleitung."
  • "Der wurd' abgestochen. Endlich."



Mögliche Kommunikationsansätze


Angeblich könnte Leih'a Epocan seinen Aufenthaltsort kennen - wobei man Kito wohl schon gefunden hat, wenn man weiß, wo sich Leih'a aufhält. Man sieht ihn außerdem häufig in den Kelchkuppen; vielleicht haust er mittlerweile in der Gegend.  

[ Achtung! Dieser Charakter ist durchaus für RP ausgelegt, dass in den FSK18 Bereich fällt. Das heißt, ich spiele mit einem großen Gefallen Gewalt-Szenen aus, die Blut und andere Dinge enthalten. Nichts desto trotz kann es gut möglich sein, dass man vollkommen normales RP mit mir haben kann. ]



Geschichte
Der Winter. 

(Und wie aus Lüge Märchen wird..)

Schon alsbald war der Winter über das Land gekommen. Er trägt einen dichten Mantel, der ihn vor der bitteren Kälte schützen sollte. An seiner Seite führt er einen Geist.

Die alles bedeckenden Flocken lassen des Winters Begleiter beinahe unsichtbar wirken. Ein Gefährte, der in seiner Umgebung verschwindet, doch immer dort ist und keine Sekunde zögern würde, die Kälte des Winters zu wahren. Ihre Wege verlaufen abseits jeder Norm. Jede Kreuzung ist nur mehr ein Zweck, um der Welt einen Zug und einen Schritt voraus zu sein. Es gibt ein wichtiges Spiel zu gewinnen – und um zu gewinnen muss man es spielen. Ob es mit Blut oder mit Wasser gespielt wird, ob mit Pfusch oder Wahrheit, ob mit Regeln oder banaler Brutalität; sie werden die Grundsteine dieses Spiels bestimmen und sie werden diejenigen sein, die dieses Spiel gewinnen werden.

Wer würde den Tod und das Leben, den Herrn und den Diener, Macht und Magie schon aufhalten können, wenn sie auf der Türschwelle stehen? Nein, niemand würde das. Sie reichen ihnen die Hände und bitten sie in Ihre Häuser.

Doch wenn sich der Vorhang hebt wird aus einer großen Lüge ein Märchen, aus einem Kind der Tod, aus einem Schatten ein Licht. Und wie aus Lüge Märchen wird, kann aus Geist ein Leben und aus dem Winter der Sommer werden, ganz gleich wie man es drehen wird, ob man den Geist im Winter oder das Leben im Sommer erblickt – sie sind untrennbar geworden.

„Doch hüte dich nicht nur vor Kälte und Not – denn wo du auch Leben findest, gibt es auch Tod; und hat der Winter dich eingeholt vor Sonnenwende bringt der Geist dir dein hochwohl versprochenes Ende.“

Der Gejagte. 

(Die Flucht ging weiter, tiefer in den Finsterwald..)

Bevor der Geist über den Winter wachte hatte dieser nur mehr ein Leben zwischen Pflichten und Sitten, zwischen 'Adel' und Gold, Fremden und Feinden. Vielleicht sollte es einst eine Familie sein, doch das wurde nichts – allerdings passte er sich trotz allem Missmut dem an. Die ersten Tage waren mehr wie ein Traum, kein guter, kein böser – aber ein verdammt langer. Die Wochen zogen sich zur Unendlichkeit, die goldenen Bäder waren nicht mehr als kleine Nebenzimmer eines großen Käfigs. Man redete, lachte und stritt. Doch im Großen und Ganzen gehörte er nicht zur Familie; viel mehr war es ein Zeichen ihrer selbst, ein Status – er war dort, weil sie es sich leisten konnten. Jahre Vergingen, wie auch schon Tage und Wochen und Monate es taten. Winter um Winter verstrich, doch mehr, als die Jahreszeiten vom Platz hinter den Glasscheiben zu beobachten konnte er nie. Er würde diesen Käfig erst verlassen, wenn er ihm gehörte. ER würde ihren Status rauben, ihr Vermögen, ihre Leben.

Nach gefühlt so vielen Tagen und verdammt noch mal doppelt so vielen Nächten hatte der Plan endlich keinen einzigen Makel mehr. Der einzige Haken an der Sache: es würde (minimal) problematisch werden, drei mitten in der Gesellschaft lebende Erwachsene vom Spielfeld zu nehmen, für, möglicherweise und bestenfalls, immer. Doch auch hier würde sein Plan greifen, wenn alles so verlaufen wird, wie geplant. Die Chance kam in naher Zeit und er ging den ersten Schritt.

Doch sein Plan ging nicht auf. Alles, aber auch wirklich alles ging grauenvoll schief. Sein „Bruder“ schnappte wohl zu schnell auf, was der Winter geplant hatte und hatte keine bessere Idee, als das Weite zu suchen. Ganz schlecht. Das bedeutete für den Kater: Verfolgen. Allerdings waren da noch die anderen beiden Erwachsenen. Planänderung. Verfolgung UND für das Leben der beiden anderen würde er wohl eben zahlen müssen.

Alles ging so unglaublich schnell. Der Ältere wusste offensichtlich, wie man läuft und flüchtet – und der Winter hatte trotz reitbarem Untersatz eine Hand voll Probleme, mitzuhalten. Stunden jagte er ihn, alles überschlug sich. Ein Schlagaustausch fand statt, das Messer traf sein Ziel, doch blieb es unpraktisch stecken. Die Flucht ging weiter, tiefer in den Finsterwald. Er holte ihn wieder ein, doch er kam nicht zum letzten Schlag. Den letzten Schlag machte der Geist. Und fortan gab es den Schatten, das Leben im Sommer und den Geist an der Seite des Winters.

Der Schnee. 

(„Willkommen unter den Lebenden, kleiner Geist.“)

Ein langer Ritt stand den beiden bevor. Der Geist war schwer verletzt und der Schwarzhaarige wusste nicht, ob er den weiten Weg bis in den kalten Schnee überleben würde.Irgendwas an dem Weißhaarigen aber war es, was ihn dazu veranlasste, ihn nicht zum Sterben zurück zu lassen. Er hatte ihm sein Ziel genommen, das, weshalb er überhaupt so tief in den Wäldern war. So lag der Verletzte in eine Decke gewickelt und nicht bei Bewusstsein hinter ihm, während das Ross sie durch den Schnee trug. Nach einigen bitterkalten Stunden erreichten sie die kleine Siedlung, in der der gekaufte Sohn vorerst unterkommen würde. Die Tür schlug auf, die Arme waren eng um den Leib in der Decke geschlungen, welchen er bis zum Bett tragen und dort ablegen würde. Seine Blicke hafteten an dem Fremden, als er die Decke von ihm zog.

Er sah so wunderschön aus. Die Haut, blass und doch so warm, gar zu warm ob der Kälte, in der sie sich so lange aufgehalten hatten. Hatte er Fieber? Mit einem warmen, feuchten Lappen säuberte er die Wunden, verband sie und ließ dem Fremden die Ruhe, die er brauchen würde, um wieder auf die Beine zu kommen. In der Zeit gab es wichtiges zu tun: es galt herauszufinden, ob die beiden zurückgelassenen Erwachsenen, seine Eltern, bereits tot waren, oder ob die gekauften Klingen sich mit dem bezahlten Preis aus dem Staub gemacht hatten. Doch trotz der genutzten Kontaktperle gab es auch eine Stunde später noch keine Antwort. Ein gutes Zeichen? Nein. So saß er dort, im Bett des hinteren Zimmers einen fremden Jungen beherbergend. Auf dem kleinen Tisch vor sich lag das Foto der „glücklichen Familie Wintergrau“. Ein Ehepaar, ein dazu passender Sohn Anfang zwanzig und er. Vielleicht fünfzehn zum Zeitpunkt des Fotos, einer anderen Rasse zugehörig und von den Armen des Erstgeborenen umschlungen. Leise mit den Zähnen knirschend starrte er eben jenes Bild an. Er war sich sicher: Nur er würde die folgenden Nächte überleben, alle anderen auf dem Foto würden zu den Göttern gehen.

Von einem leisen Rascheln aus den Gedanken gerissen dreht er sich der Geräuschquelle zu: der Fremde im Bett. Ein schmales Lächeln ziert die blassen Lippen. Der Geist war erwacht. Der Mörder seines Bruders, eigentlich hätte der Weißhaarige verdient zu sterben, er hasste es, wenn sich andere in sein Leben einmischten.

Ob es fehlende Zeit war oder das Interesse an Antworten von dem Fremden – noch – ließ er ihn leben. „Willkommen unter den Lebenden, kleiner Geist.“

Auf irgendeine bizarre Art und Weise fühlte er sich mit dem Weißen verbunden, doch glaubte er auch, dass dieses Gefühl nicht von ihm selbst ausging..

Der Geist. 

(in den Armen dieses gespenstischen Fremden.)

„Der Tod? Pah. Wieso sollte der Tod mir etwas antun wollen? Ich schickte drei vorzügliche Seelen in seine Arme.“

Der Geist erzählte ihm etwas von 'dem Tod'. Davon, dass er seine Seele hätte ausliefern sollen. Wozu? Er war nie direkt mit 'dem Tod' in Verbindung gekommen, hatte nie zuvor gebetet, weder zu einem Gott, noch zu dem Tod. Er würde nicht beten. Nie. Weder zu einem Gott, noch zu dem Tod. Man würde für ihn beten. ZU ihm. Doch gingen ihm die Worte des Weißen nicht aus dem Kopf, immerhin hatte dieser ihm eröffnet, dass er ihn hätte töten sollen – für 'den Tod'.

Nun, ganz offensichtlich hatte er es noch nicht getan, doch, wie viel war an seinen Worten? Konnte oder sollte er ihnen Glauben schenken? Wie sicher war er überhaupt in der Nähe des Geists?

„Du wirst mir gehören. Ich werde deine Seele aus den Klauen 'des Todes' reißen und ihr Freiheit geben.“

Hoch erhobenen Hauptes stand der Winter vor dem Geist, den Blick starr in die weißen Augen gerichtet. Woher kamen diese seltsamen Gedanken? Wieso war dieser Geist alles, was in seinem Kopf umher ging? Er wollte ihn kennen, jede Pore, jede Zelle in seinem Körper. Aber warum? Er konnte es nicht, aber wirklich gar nicht erklären, weshalb diese Gespinste in ihm wohnten. In der einen Sekunde wünschte er sich nichts mehr, als der Welt ein Messer in den Rücken zu jagen – und in der nächsten hatte er seine Arme bereits eng um den zerbrechlichen Leib des Weißen geschlungen, an ihm aus irgendeinem Grund nach dem Halt suchend, den er in der Welt nie gefunden hatte – dafür aber nun in den Armen dieses gespenstischen Fremden. Er hatte ihm bereits so viele seiner Schwächen gestanden und gezeigt, wie nicht einmal seine Familie sie kannte. Was sollte ihm das sagen? Das wusste er nicht. Was sollte er von diesen Gedanken und Gefühlen halten? Wusste er auch nicht. Mit ein paar einzigen Worten und Gesten hatte der Geist seine komplette Welt auf den Kopf gestellt, einfach so, ohne ihn darum gebeten zu haben. Seine Blicke, die spärlichen Berührungen beim Überreichen von Gegenständen, die so vielversprechenden Worte. Was war er überhaupt? Der Doktor, der Geist, Leih'a, der Weiße – der Tod. Der, der seine Gedanken von jedem rechten Weg abbringen konnte. Wie gerne würde er die Hände nach ihm ausstrecken, wie gerne würde er seine kalten Finger an Leih'as warmen Haut entlang bewegen, ..

Ein stechender Schmerz riss ihn aus seinen Gedanken. Noch immer starrte er in Leih'- .. die braunen Augen seines Gegenübers ließen ihn die Luft anhalten – oder war es doch der Schmerz, der sie ihm raubte? Wieder hatten die Bilder an den Weißen ihn aus den Bahnen gerissen. Er war nicht bei ihm. Er war dabei, jemandem das Leben zu nehmen und ein unachtsamer Moment hatte ihm einige Schichten der Haut an seiner Hand gekostet – doch immer war der Kerl tot.

Flüchtig wurde ein Stück Leinen um die blutigen Finger gewickelt, er zischelt und wird das Weite suchen, schneller als es normal wäre an seiner Stelle. Er würde es behandeln lassen. Nicht von dem Geist – er wollte ihm nicht den nächsten schwachen Moment gestehen müssen.

Am späten Abend des Tages erst kam er heim und kaum das er Leih'a erblickte war sein Kopf bereits wieder in einer anderen Eben. Nichts wollte er in dem Augenblick mehr, als den Körper wieder an sich zu drücken, Halt suchend. Ihn für einige Sekunden 'sein' zu machen. Doch alles was er tat war dem Weißen einen Gruß auszusprechen und sich dann in die Stille seines Schreibtisches zu hüllen. Was hätte er ihm dazu auch schon sagen sollen?

„Es ist deine Schuld, dass ich an nichts anderes denken kann!“
„Es ist deine Schuld, dass meine Welt mit einem Mal still – und dann Kopf steht!“

Wozu? Um noch mehr Preis zu geben? Nein. Lieber versuchte er das alles aus seinem Kopf zu vertreiben, sich anderen Dingen zu widmen. Dem schon zu lange vernachlässigten Briefverkehr, zum Beispiel. Oder den gefälschten Erbpapieren. Eigentlich gab es genug zu tun, doch es ging einfach nicht. Alles ins seinem Kopf drehte sich um den Geist. Fragen über Fragen.  

Der Tod.

(Es zerriss ihm das Herz, Leih'a zu töten.)

„Stirb, stirb, stirb!“

Der Schmerz zog durch jede Ader. Er zitterte, als er dem Jungen jegliche Lebensenergie raubte, die der Tod dem falschen Leben übrig gelassen hatte. Es zerriss ihm das Herz, Leih'a zu töten.


Mit dem Versprechen, er wisse, was er tue hatte er den Weißen seiner Hände überlassen, er hatte ihm gesagt, dass er ihm vertrauen kann. Und nun hatte er vor den Augen 'des Todes' das Leben des Geists genommen, nun musste er sein Versprechen halten, seine Seele befreien und sie wiederbeleben. Äußerlich versuchte er ruhig zu bleiben, doch innerlich tobte in ihm das pure Chaos – alle Emotionen, alle Gefühle, die er so beharrlich hinter einer Mauer verborgen gehalten hatte. Vor ihm lag der Leichnam des Jungen, an welche sich sein Verstand bereits so gekrallt hatte.Der Gedanke, dass er es vielleicht nicht schaffen könnte riss an seinen seltsamen Gefühlen dem Jungen gegenüber, doch er musste es schaffen. Er hatte es ihm versprochen – er hatte nichts anderes gehabt als sich einzureden, dass er über dem Tod steht und dem Weißen ein Leben schenken kann, welches nicht dem Gott, sondern ihm ganz alleine gehören sollte. Der erste Schritt war nun getan, er war aus den Fängen des Todes befreit und würde „nur noch“ wiedergeboren werden müssen – in seinen Armen, fest an den Winter gedrückt. Dessen Finger und Hände krallen sich an den Leib, der Äther verlässt den Winter und beginnt in den schon so lange toten Körper zu strömen, den der Schnee vor Monaten – Jahren? – bereits begraben hatte. Er spürt, wie er langsam an Kraft verliert. Es schwindelt in seinem Kopf. Es schmerzt. Es zehrt. Es wird schwarz.

Der Traum. 

(Und mir bleibt nichts, als zu lachen.)

Schnee? Hier..? Wieso ist es so kalt?

Wo BIN ich..? Leih'a? Geist!


Wieso hallt meine Stimme so? Wieso antwortet mir niemand..?

Der Schnee unter meinen Füßen ist so tief, so endlos, so kalt.. ich kann nichts außer diese weiße Masse sehen, nirgendwo. Meine Gelenke schmerzen. Ich hasse Schnee.

Er blendet mich, es ist schwer überhaupt etwas zu sehen. Also bleibt mir nichts übrig, als schneeblind weiter durch die Gegend zu stolpern.

Was?! Der Halt unter meinen Füßen bricht weg, ich fliege. Nein.. der Schnee empfängt mich, als ich falle. Die Kälte umschließt meinen Körper, ich.. - überall ist Schnee. Unter mir, über mir, neben mir. Aber irgendwie.. wieso ist es unter mir so warm? Da ist nur Schnee. Meine Finger tasten sich durch den Schnee nach unten tiefer, .. tiefer. Sie schließen sich um etwas warmes. Ich grabe weiter, immer weiter in die dichte Schneedecke hinein. Alles andere war egal. Würde ich erfrieren? Ich hätte nach oben graben sollen, oder?

Die Wärme von unten kommt näher. Ganz gleich, wie weit der Weg zurück an die Sonne ist, ich muss weiter nach unten! Wieder und wieder greife ich nach der Quelle der Wärme, es fühlt sich an wie Haut. Weiche, warme Haut – verdammt, sie fühlt sich so vertraut an, so bekannt..

Der Schnee fällt gnadenlos weiter auf mich, ich spüre es, die Decke über mir wird schwerer. Ich halte eine Hand, ziehe mich immer näher zu dieser. Leih'a. Meine Bewegungen werden hektischer und jede einzelne schmerzt unter der eisigen Kälte. Endlich, da ist er! Ich kralle meine Finger an den Leib, der so warm wirkt – obwohl er längst kein Leben mehr beherbergt und so lange schon unter dem Schnee liegt. Leih'a, Leih'a! Leih'a! Einen meiner Arme um den Jungen geschlungen versuche ich mit der anderen Hand nach oben zu graben. Ich muss ihn hier raus kriegen, irgendwie! Irgendwie..

Wie tief sind wir?!

Nach gefühlten Stunden stößt meine vom Frost blau gefrorene Hand an die Winterluft. Geschafft. Mit allen übrigen Kräften ziehe ich mich nach oben, die andere Hand klammere ich noch immer an Leih'a, ihn mit mir an die Luft ziehend. Oben angekommen bleibe ich einige Sekunden atemlos liegen, die Hand des Toten haltend. Wieso spüre ich seine Wärme hier oben nicht mehr? Meine Finger regen sich, tasten an denen des Jungen herum. Es fühlt sich so falsch an. Mein Blick schweift zur Seite, auf das, was ich in meiner Hand halte. Ein Stich durchzieht meine Brust, raubt mir den Atem und für ein paar Sekunden alles, was ich je an ihm gesehen habe.

Alles, was ich in meiner Hand halte sind skelettierte Finger an einer skelettierten Hand, an seinem skelettierten Arm – an einem – richtig: Skelett, welches nun neben mir liegt.

Wir liegen dort im Schnee auf unseren Rücken, Händchenhaltend wie ein Pärchen auf einer Wiese nach einem Picknick, die sich den Sonnenuntergang ansehen wollen.

Und mir bleibt nichts, als zu lachen. Ich lache so laut in die weiße Weite und nichts um uns herum regt sich mehr. Nur der Schnee fällt weiter auf unsere Körper.


Wir werden hier sterben, oder, Leih'a..? Zusammen..


Galerie

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